Brasilianische Wissenschaftler haben nach einem neuartigen Material für Autos geforscht und sind fündig geworden. Ihnen ist es gelungen, Nanofasern aus Pflanzenteilen zu gewinnen, die als Faserverbundkunststoff die heutigen Kunststoffe ersetzen sollen. Zunächst sollen die Kunststoffteile am Auto durch diese pflanzlichen Stoffe ersetzt werden, doch in Zukunft soll sogar das gesamte Auto auf Pflanzenfasern bestehen.
Die Forscher der Universität São Paulo haben für ihre Untersuchen Pflanzen wie Bananen oder Ananas verwendet, um daraus Nanozellulosefasern zu entwickeln. Einige dieser Fasern sollen sogar so stabil sein wie Kevlar. Im Gegensatz zu Kunststoffen die auf Mineralöl basieren, können die pflanzlichen Kunststoffe nachwachsen und sind biologisch abbaubar.
Bei der Gewinnung der Nanofasern geht man ähnlich vor, wie bei der Gewinnung von Zellulose, die zum Beispiel bei der Herstellung von Papier zum Einsatz kommt. Die Pflanzenteile kommen gemeinsam mit einigen Chemikalien in einen Druckkochtopf und werden dort mehrmals erhitzt. Zum Schluss bekommen die Forscher ein Pulver, das dem Talkumpulver ähnelt, was die Konsistenz betrifft.
Nach der Gewinnung werden die Nanozellulosefasern, ähnlich wie Glas- oder Kohlefasern, so verarbeitet, dass ein faserverstärkter Kunststoff entsteht. Mit einem Kilo von den Nanozellulosefasern kann man 100 Kilo des Faserverbundkunststoffes herstellen. Dadurch soll auch die zeit- und kostenaufwändige Herstellung ausgeglichen werden.
Ein enormer Vorteil der Pflanzenfasern gegenüber herkömmlichem Kunststoff ist, dass der Faserverbundkunststoff nur ein Drittel so viel wiegt wie die Kunststofffasern, die man heute in Autos verwendet. Die Gewichtsersparnis bei Autos mit den Nanozellulosefasern wäre enorm und würde den Treibstoffverbauch verringern. Außerdem sind die Pflanzenfasern weniger anfällig für Schäden durch Benzin oder Wasser und sie können eine größere Hitze vertragen.
Die Forscher haben mit verschiedenen Pflanzen experimentiert, zum Beispiel Ananas, Bananen, Kokosnuss oder Sisal, doch die besten Ergebnisse gab es mit den Blättern und Stängeln der Ananas.
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